
🌐 Auch auf: English · Français · Español
Über die Jahre hat sich bei mir eine Menge wichtiger Dateien angesammelt – vor allem Familienfotos, darunter auch Bilder von Menschen, die leider nicht mehr da sind. Davon etwas zu verlieren, kommt einfach nicht infrage. Und weil bei uns im Haus mehrere PCs, Laptops, Mediaplayer und mehr im Einsatz sind – und mir regelmäßige Backups sehr wichtig sind –, habe ich mich für ein zentrales, ständig laufendes lokales Speichersystem entschieden.
Da stecken viele persönliche und wertvolle Daten drin, und ich habe wenig Lust, die den großen Cloud-Giganten zu überlassen – schon gar nicht bei dem Chaos, das diese Woche gerade wieder aus den USA kommt. Ein selbst gehostetes NAS (Network Attached Storage) auf Open-Source-Basis war also ein No-Brainer. 😄
Was im Rack steckt (unten im Keller)
Alles steckt in einem kleinen 19-Zoll-Rack. Das ist aktuell drin:
- 1x Fritzbox 7590AX – hängt per Glasfaser (Telekom) am Internet
- 1x TP-Link TL-SG3428 – Managed Switch mit 24 Ports
- 2x HP-DL20-Gen10-Plus-Server
- 1x HP MicroServer Gen10 v2
- 1x Patchpanel – verbindet alle LAN-Dosen aus allen Räumen
- 1x APC-USV – als Batterie-Backup
- 1x Protectli VP2420 – Firewall-Appliance
Auf beiden HP DL20 läuft Proxmox als Hypervisor. Jeder hat eine schnelle SSD fürs Betriebssystem und eine klassische HDD für die eigentlichen Daten.
Dateifreigaben, Backups & Netzwerkkram
Auf dem Hauptserver läuft eine Samba-VM, die alle meine Dateien per CIFS freigibt. So komme ich von verschiedenen Clients aus an alles ran – PCs, Laptops, sogar Mediaplayer. CIFS statt NFS nutze ich im Moment einfach, damit es unter Linux, Windows und macOS gleichermaßen funktioniert.
Was ich mit dem zweiten HP-Server mache, ist noch offen – entweder trenne ich intern und extern (so etwas wie eine DMZ), oder er wird einfach zur Testumgebung.
Auf dem dritten Server läuft Proxmox Backup Server. Der kümmert sich um regelmäßige Backups aller VMs.
Zusätzlich klone ich meine Daten ab und zu auf eine externe USB-Platte, und eine weitere lagert außer Haus – falls im Keller mal ein Feuer oder Hochwasser zuschlägt. Man muss sich ja an die 3-2-1-Backup-Regel halten, oder?
Alle Server haben zwei Netzwerkkarten – eine für den internen Verkehr, eine für die externe Zone bzw. DMZ.
VPN zu Mama
Von meiner Fritzbox geht ein sicherer WireGuard-VPN-Tunnel zum PC meiner Mutter, die in einer anderen Stadt wohnt. Sie hat WireGuard direkt auf ihrem Rechner installiert. Früher hatten wir ein Router-zu-Router-VPN, aber nach ihrem Providerwechsel habe ich sie auf clientbasiertes WireGuard umgestellt. Ich war überrascht, wie schnell sich so eine verschlüsselte Verbindung übers Internet einrichten lässt. Auf meiner Fritzbox hat mich ein Assistent durch die Einrichtung geführt und eine Konfigurationsdatei für den Client-Endpunkt des Tunnels erzeugt. Die musste ich nur noch auf Mamas PC einspielen und den Tunnel aktivieren. Nach jedem Windows-Neustart baut sich die Verbindung automatisch wieder auf. Ihr Rechner bekommt jetzt eine IP-Adresse aus meinem lokalen Netz, ganz so, als stünde er hier bei mir zu Hause.
Jetzt sorgt Robocopy dafür, dass ihre Daten regelmäßig auf meinen Server gespiegelt werden – keine manuellen Backups mit USB-Sticks mehr (die ehrlich gesagt eh nur sehr unregelmäßig passiert sind, wenn überhaupt).
Kühlung & Strom
Das Rack hat eine gelochte Fronttür für den Luftstrom, aber ich habe zusätzlich ein Insektenschutzgitter angebracht, weil die Server-LEDs Krabbeltiere angelockt haben 😅. Die Lüfter saugen ja ständig Luft an, da hat das geholfen.
Oben habe ich vor Kurzem Abluftlüfter eingebaut, die die warme Luft rausdrücken. An richtig heißen Sommertagen mache ich einfach die Rack-Tür weit auf – klappt wunderbar.
Weitere VMs & Dienste
Mein Setup ist nicht nur NAS, sondern betreibt im Homelab noch einen Haufen weiterer VMs. Aktuell sind das:
- Jellyfin fürs Medien-Streaming
- GitLab für Code-Hosting und CI
- Grafana fürs Monitoring
- Nextcloud für Dateifreigabe und Synchronisation
- WordPress für diesen Blog und hier und da ein bisschen Hosting
Zur Überwachung von allem nutze ich außerdem Icinga2. Es schickt mir eine Mail, wenn eine VM oder ein Dienst ausfällt – Nextcloud, das VPN, die Solaranlage, Access Points, die Internetverbindung, was auch immer.
To-do: automatisches Herunterfahren per USV
Eine Sache muss ich noch fertig machen: Die USV soll die Server automatisch herunterfahren, wenn sie einen Stromausfall erkennt. Im Moment ist das noch nicht komplett eingerichtet, aber ich bin dran.
Betriebssystem-Vorlieben
Auf meinen Clients läuft meist Debian 12 oder Ubuntu. Windows nutze ich nur, wo es absolut nicht anders geht – etwa für Adobe Lightroom, weil ich noch keine wirklich gute Open-Source-Alternative für die Bearbeitung der RAW-Fotos aus meiner Spiegelreflexkamera gefunden habe.
Gäste-WLAN
Für Freunde und Familie gibt es ein separates Gäste-WLAN – und für den gelegentlichen Klempner oder Elektriker, der Internet braucht. 🔧📶. Es ist komplett von meinem internen Netz getrennt.
Wer weiß schon, ob die wirklich Updates installieren oder ob ihre Handys und Tablets nicht einfach WLAN-fähige Malware-Farmen sind, die Chaos anrichten? 😅
Deshalb stecke ich sie in ein eigenes, abgeschottetes Netz. Sicher ist sicher. 😉
Updates & Sicherheit
Als IT-ler bin ich voll dafür, alles aktuell zu halten – Bugs beheben, Sicherheitslücken stopfen und was sonst noch dazugehört.
Aus der Cloud in den Keller: Soll ich die Nextcloud unserer Kirchengruppe selbst hosten?
Ich betreibe derzeit eine Nextcloud-Instanz auf einem gemieteten Internet-Server für eine Kirchengruppe hier bei uns im Ort. Das läuft gut, zuverlässig, ohne größere Kopfschmerzen – und das schon seit Jahren. Aber da mein Homelab immer weiter wächst (schneller als mein Schlafbedürfnis), habe ich mir gedacht: Warum betreibe ich das nicht einfach selbst? Ich habe zu Hause mehr Serverressourcen, als ich sinnvoll nutzen kann – ich würd’ ja Bitcoin schürfen, aber meine GPU würde dabei vermutlich einfach Feuer fangen. Also setze ich die Hardware lieber für etwas wirklich Sinnvolles ein. 😄
Hier also die (womöglich geniale) Idee: Ich ziehe das komplette Setup in mein Homelab um und automatisiere es wie immer bis zum Anschlag mit Ansible. Nichts geht über einen komplett lauffähigen Nextcloud-Stack mit einem einzigen Befehl und einer frischen Tasse Kaffee.
Aber ich mache das nicht nur zum Spaß (okay, vielleicht ein bisschen). Die Instanz wird in letzter Zeit sehr aktiv genutzt und ist längst kein Nebenprojekt mehr. Sie ist zu einem zentralen Werkzeug für die Zusammenarbeit der Gruppe geworden – Dokumente teilen, Kalender synchronisieren. Und damit kommt auch ein gewisser Druck: Ich weiß, was es bedeuten würde, das Ding selbst zu hosten.
Natürlich gibt es Bedenken – seien wir ehrlich. Hardwareseitig bin ich bestens aufgestellt. CPU, RAM, Speicher? Check, check und check. Die einzige echte Sorge ist meine Internetverbindung – denn wenn die länger ausfällt (sagen wir, eine falsche Bewegung mit dem Bagger des Nachbarn), dann – zack: keine Nextcloud mehr für niemanden.
Trotzdem denke ich: Mit ordentlichen Backups und einer sauberen Rollback-Strategie sollte selbst dann, wenn mein Setup zu Hause offline geht, der Weg zurück auf einen gemieteten Server nicht allzu schmerzhaft sein. Das ist keine Entscheidung, die ich überstürze, aber ich ziehe es definitiv ernsthaft in Betracht.
Unterm Strich: Selbst hosten klingt in der Theorie immer nach Spaß – und macht in der Praxis oft auch Spaß –, aber wenn andere von dem Dienst abhängen, sieht die Sache anders aus. Mit der richtigen Vorbereitung und Automatisierung könnte es trotzdem ein guter Schritt sein.
Ich glaube, daraus wird ein persönliches Projekt, das mich eine Weile abends beschäftigen wird – und unterwegs wohl noch ein paar weitere Beiträge abwirft. 😊
Falls du ein sinnvolles oder ehrenamtliches Projekt kennst, das ein bisschen Homelab-Housing gebrauchen könnte – melde dich einfach! Ich nutze freien Platz im Rack immer gern für etwas Gutes 🙂
TL;DR
Ich habe ein komplett selbst gehostetes Open-Source-Homelab aufgebaut, um meinen wachsenden Berg wichtiger Daten sicher aufzubewahren – von Familienfotos bis (vielleicht eines Tages) zu den Dateien der Kirchengruppe. Es läuft rund um die Uhr in einem Rack im Keller, gestützt auf Proxmox, Backups, Solarstrom und eine Prise Paranoia 😳 (hallo, ausgelagerte Platten und VPN zu Mama!). Den großen Cloud-Anbietern habe ich den Rücken gekehrt – für volle Kontrolle, Automatisierung mit Ansible, digitale Gedankenfreiheit und die Chance, etwas zurückzugeben, mit Technik und Infrastruktur, so wie ich es am besten kann. Mit Nextcloud, Samba-Freigaben, Medien-Streaming und mehr VMs, als ich brauche, ist es im Grunde mein ganz persönliches Rechenzentrum – inklusive Krabbeltieren am Insektengitter.
Und warum ich das alles mache? Ganz einfach: weil ich es kann 😄🙈😄 – und weil ich dabei jede Menge lerne, was perfekt zu meinem Job passt. Ich arbeite in der IT und habe täglich mit GNU/Linux, Monitoring, Cybersecurity und Automatisierung zu tun – im Grunde ein endloses Laufband aus Configs, Skripten und Fixes. Und mit der Solaranlage auf dem Dach schwimme ich inzwischen praktisch im Strom – da kann ich ihn auch sinnvoll nutzen! 😄
Wenn du mehr wissen oder bei einem der Themen tiefer einsteigen willst – schreib mir einfach!


