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Heute habe ich ein bisschen zum Thema Wallbox recherchiert. Bis ich wirklich eine brauche, dauert es wahrscheinlich noch ein paar Jahre, aber ich wollte schon mal ein grobes Gefühl für Kosten, Installationsaufwand und den allgemeinen Nervfaktor bekommen. Leider hat mich meine PV-Firma ziemlich unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Es gibt da nämlich offenbar eine neue Sache in Deutschland —das Energiewirtschaftsgesetz, Paragraf 14a. Was für ein Zungenbrecher! Das muss ich mehrmals hören, bevor es in meinem mentalen Cache hängen bleibt.
Worum geht es bei §14a?
Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) regelt die netzorientierte Steuerung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen — also Geräte wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Heimspeicher. Ziel ist es, Netzüberlastungen zu vermeiden und das Stromnetz stabil zu halten.
Vereinfacht gesagt: Netzbetreiber dürfen die Leistung dieser Geräte bei Spitzenlast vorübergehend steuern oder drosseln, müssen im Gegenzug aber reduzierte Netzentgelte oder andere Anreize bieten.
(Nur meine Meinung … aber wenn der Staat vorhat, leistungsstarke Geräte aus der Ferne herunterzuregeln, dann steht das Stromnetz vor einer ganz neuen Ära — und ich zumindest bin froh, wenn ich dann irgendeine Art von Notstrom in Bereitschaft habe.)
Pflicht – aber mit Bonus
Diese Regelung ist inzwischen Pflicht für Neuanlagen. Die gute Nachricht: Wer mitmacht, bekommt bis zu 190 € pro Jahr Rabatt auf die Netzentgelte. Ein kleiner Silberstreif am Horizont — nennen wir es einen Stromspar-Keks.
WLAN? Nö. Kabel Pflicht.
Dann kam der Knaller. Meine PV-Firma erwähnte ganz beiläufig, dass das Ganze nicht per WLAN geht — es braucht ein zusätzliches Datenkabel.
Und ich dachte nur: „Super … noch ein Loch durch meine Hauswand.“ Noch ein Kabel zwischen Zählerschrank und Garage. Mehr Kosten. Mehr Bohren. Und natürlich noch eine Runde Wandabdichtung, damit die invasiven Straßenameisen meinen Keller nicht in eine Ameisenfarm verwandeln. Ach, hatte ich vergessen zu erwähnen — in der Garage liegt schon eine Starkstromleitung. Die wurde natürlich beim Hausbau gleich mitverlegt.
Die Rehabilitierung meines inneren Netzwerk-Nerds
Zum Glück habe ich in meinen frühen Berufsjahren einige Jahre im Netzwerkbereich gearbeitet – ständig am Telefon mit genervten Kunden, die sich über langsame Verbindungen beschwert haben. Diese Erfahrung hat Spuren hinterlassen — im wahrsten Sinne des Wortes. Ich persönlich finde WLAN sexy, elegant und super bequem. Aber wenn du viele Daten zuverlässig und ohne Aussetzer übertragen musst, führt einfach kein Weg am Kabel vorbei. Wie das alte Sprichwort sagt: die beste WLAN-Optimierung ist ein eingestecktes Kabel.
Als wir das Haus gebaut haben, bin ich voll in den Netzwerk-Nerd-Modus gegangen und habe es von oben bis unten verkabelt wie einen Schweizer Käse voller Ethernet-Löcher. Jedes Zimmer, jede Ecke — überall CAT-Kabel.
Und anders als alle anderen in der Nachbarschaft hatte ich sogar die Weitsicht, eine Netzwerkdose in der Garage zu installieren, direkt verbunden mit meinem Switch im Keller. Damals war mir das fast ein bisschen peinlich. An §14a habe ich dabei nicht gedacht — ich habe nur von einem zukünftigen Elektroauto geträumt, das vielleicht irgendwann eine stabile Kabelverbindung für ein Firmware-Update braucht, das übers WLAN zu wackelig wäre.
Und jetzt … rettet genau dieses Kabel den Tag
Wie sich herausstellt, kann dieses LAN-Kabel jetzt für die §14a-Anbindung weiterverwendet werden. Wie poetisch ist das denn?
Wenn auch die vorhandene Starkstromleitung zur Garage die technischen Anforderungen erfüllt (das prüft mein Elektriker gerade), steht der Installation einer Wallbox nichts mehr im Weg — und vor allem: keine Kernbohrungen mehr durch meine Hauswände!
Die kleinen Ärgernisse
Leider ist die Wallbox im Gegensatz zu anderen PV-Komponenten nicht von der Mehrwertsteuer befreit. Und der Traum, den Akku des E-Autos als Notstromquelle fürs Haus zu nutzen — also zum Beispiel Strom zurückzuspeisen, um die Wärmepumpe zu betreiben — ist eher noch Prototypen-Fantasie als Alltag für Endkunden. Aber die Vorstellung, Strom aus dem vollgeladenen Auto zurückzuholen, wenn man es gerade nicht braucht, und es so zum vorübergehenden Hausspeicher zu machen, ist einfach zu cool, um sie zu ignorieren — und das Spannende ist: Diese Technik ist gar nicht mehr so weit weg. Sie steht kurz vor der Marktreife.
Zur Einordnung: Ein Mittelklasse-E-Auto wie das Tesla Model 3 hat rund 60 kWh Akkukapazität. Das reicht, um unseren Haushalt mehrere Tage zu versorgen — ein Vielfaches unseres Batteriespeichers im Keller.
Fazit
Solarenergie und Strom bleiben für mich unendlich faszinierend — aber wie ich mal wieder gelernt habe, sind sie nicht ganz so Plug-and-Play, wie man es sich wünschen würde.







