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Tja … es ist schon wieder passiert 😄
Nachdem ich den ursprünglichen Plan aufgeschrieben und eine Weile über die Architektur nachgedacht hatte, fing ich an, einige meiner Entscheidungen zu hinterfragen. Das ist ja das Schöne an einem Homelab: Nichts ist in Stein gemeißelt. Es geht genau darum, zu iterieren, zu lernen und manchmal alles von Grund auf neu aufzubauen.
Also ja – der Plan für den Neuaufbau hat sich geändert. Schon wieder.
Es fühlt sich wirklich an wie dieser klassische Monopoly-Moment: Man steht vor dem Spielbrett, landet auf „Gehe zurück auf Los“, grummelt vor sich hin und merkt, dass man alles noch mal von vorn aufbauen muss … 😅🎲
🪟 Windows lief eigentlich richtig gut
Windows 11 auf meinen Desktops lief hervorragend. Die Hardwareunterstützung war exzellent, für alles gab es Treiber, und die Integration in die Windows-Server-Infrastruktur funktionierte wie erwartet. Active Directory, DNS, Dateifreigaben und GPOs sind nach wie vor ein sehr ausgereiftes Ökosystem, und technisch lief alles einwandfrei.
Tatsächlich habe ich dieses Windows-Setup wochenlang ohne jedes Problem betrieben. Ich hatte ernsthaft überlegt, eine hybride Heim-IT aufzubauen: Windows 11 und Windows Server für Clients und Serverdienste, daneben Linux und Kubernetes für andere Workloads.
Mir ist aber klar geworden, dass ich wieder zurück zu Linux als Kern meines Homelabs will. Linux ist mir einfach vertrauter – da habe ich über die Jahre deutlich mehr Know-how angesammelt. Windows und Windows Server sind eine andere Welt, in der ich nie wirklich viel Praxiserfahrung gesammelt habe, und gerade will ich dort kein neues „Projekt“ aufmachen. Vielleicht in einem anderen Leben. 😄
Das ist also keine Geschichte von „Windows ist gescheitert“ – es lief großartig. Aber auf meinem persönlichen Homelab-Weg liegt der Fokus auf Linux. 🐧
🌍 Zurück zu Linux & digitale Souveränität
Mein Homelab hängt eng mit ein paar persönlichen Grundsätzen zusammen:
- 🐧 Open-Source-Software
- 🔐 Kontrolle über meine eigene Infrastruktur
- 🌍 Weniger Abhängigkeit von großen, US-zentrierten Ökosystemen
- 🧠 Technologien lernen, die zu modernen Linux-Plattformen passen
Windows funktioniert zwar super, zieht die Infrastruktur aber nach und nach zurück ins Microsoft-Ökosystem. Für meinen persönlichen Lernweg und meine Philosophie bleibe ich lieber in der Open-Source-Welt.
Microsoft verlässt das Homelab also wieder. Komplett. 🐧
🧠 Noch eine Beobachtung: Mein dritter Server hat sich gelangweilt
Beim Durchsehen des ursprünglichen Designs ist mir aufgefallen, dass einer meiner Server die meiste Zeit Däumchen drehen würde. Eine eigene Maschine nur für Storage und ein paar Dienste rechtfertigt die Hardware nicht.
Server sollen ruhig ein bisschen ins Schwitzen kommen. 💻🔥
Statt jeder physischen Maschine eine feste Rolle zu geben, habe ich mich für eine flexiblere Architektur entschieden.
🧱 Proxmox-Cluster-Setup – ohne Shared Filesystem
Für mein Homelab baue ich einen Proxmox-Cluster mit drei Nodes auf, setze aber nicht auf ein verteiltes Dateisystem wie CephFS. Jeder Node nutzt seinen lokalen SSD-Speicher für die VM-Daten. Einer meiner Server hat einen RAID5-Pool für größere Datenmengen, aber da nehme ich ein paar Kompromisse in Kauf.
Noch ein Grund, auf CephFS zu verzichten: Mein Heimnetz läuft nur mit 1 Gbit/s, und das liegt weit unter der für eine ordentliche CephFS-Performance empfohlenen Bandbreite (typischerweise >10 Gbit/s). Ein Shared-Storage-Cluster wäre also eher ein Flaschenhals als ein Gewinn.
Der Hauptgrund für den Cluster ist die zentrale Verwaltung – eine einzige Web-Oberfläche mit einem Login für alle drei Server. Später will ich VMs auch offline zwischen den Nodes migrieren, um die Last zu verteilen und die Hardware besser auszulasten, ganz ohne Shared Storage.
Kurz gesagt: Cluster = Komfort + Flexibilität, kein verteilter Speicher. 💻⚡

🖥️ Hardware- & Serverarchitektur
| Hostname | Rolle | Hardware |
|---|---|---|
| PVE1 | Proxmox-Cluster-Node | HP DL20 Gen10+ |
| PVE2 | Proxmox-Cluster-Node | HP DL20 Gen10+ |
| PVE3 | Proxmox-Cluster-Node + VM-Storage | HP MicroServer Gen10+ V2 |
Alle Nodes sind jetzt vollwertige Cluster-Mitglieder und stellen je nach Bedarf Rechenleistung und Speicher bereit.
💾 Proxmox-Installation: ZFS auf der Systemplatte
Für die Proxmox-Hosts selbst habe ich ZFS für die Systemplatte gewählt.
- Dateisystem-Optionen: ext4, XFS, ZFS → Wahl fiel auf ZFS
- Eine SSD pro Host für das Betriebssystem
- RAID0-Pool (eine Platte, keine Redundanz) für VMs
ZFS bringt Storage-Features aus dem Enterprise-Umfeld selbst in ein kleines Homelab. 💾
⚙️ ZFS-Einstellungen
- Kompression: lz4 → schnell, kaum CPU-Overhead, spart 20–40 % Speicherplatz
- Ashift: 12 → 4K-Blöcke, ideal für moderne SSDs
- Prüfsummen: aktiviert → schützt vor stiller Datenkorruption (Bitrot)
🧹 SSD-TRIM aktivieren
zpool set autotrim=on vmdataHält die SSD-Performance auf Dauer hoch, indem ungenutzte Blöcke freigegeben werden. 🚀
🧠 Proxmox-Node 1 (PVE1)
- System: HP DL20 Gen10+
- RAM: 64 GB
- iLO: 192.168.10.x
- Proxmox-Host: 192.168.10.x
Storage
- 512 GB SSD – OS / Infrastruktur-VMs
- 2 TB SSD – VM-Daten (ZFS-RAID0-Pool)
Infrastruktur-VMs
| VM | IP | OS | Rolle |
|---|---|---|---|
| VM11 | 192.168.10.x | Debian | NAS SMB / rsync / PiHole |
| VM12 | 192.168.10.x | Debian | GitLab |
| VM13 | 192.168.10.x | Debian | ungenutzt |
☸️ Kubernetes-Cluster – Teil 1
| VM | IP | Rolle |
|---|---|---|
| VM14 | 192.168.10.x | MASTER1 |
| VM15 | 192.168.10.x | WORKER1 |
🧠 Proxmox-Node 2 (PVE2)
- System: HP DL20 Gen10+
- RAM: 32 GB
- iLO: 192.168.10.x
- Proxmox-Host: 192.168.10.x
Storage
- 512 GB SSD – OS / Infrastruktur-VMs
- 2 TB SSD – VM-Daten (ZFS-RAID0-Pool)
Infrastruktur-VMs
| VM | IP | OS | Rolle |
|---|---|---|---|
| VM21 | 192.168.10.x | Debian | ungenutzt |
| VM22 | 192.168.10.x | Debian | ungenutzt |
| VM23 | 192.168.10.x | Debian | ungenutzt |
☸️ Kubernetes-Cluster – Teil 2
| VM | IP | Rolle |
|---|---|---|
| VM24 | 192.168.10.x | MASTER2 |
| VM25 | 192.168.10.x | WORKER2 |
🧠 Proxmox-Node 3 (PVE3)
- System: HP MicroServer Gen10+ V2
- Rolle: Proxmox-Cluster-Node + VM-Storage
Storage
- 3×2 TB SSDs – ZFS-RAIDZ1-Pool
Infrastrukturdienste
| VM | IP | OS | Rolle |
|---|---|---|---|
| VM31 | 192.168.10.x | Debian | Proxmox Backup |
| VM32 | 192.168.10.x | Debian | ungenutzt |
| VM33 | 192.168.10.x | Debian | ungenutzt |
☸️ Kubernetes-Cluster – Teil 3
| VM | IP | Rolle |
|---|---|---|
| VM34 | 192.168.10.x | MASTER3 |
| VM35 | 192.168.10.x | WORKER3 |
💾 ZFS-Pools für den VM-Speicher anlegen
Die Storage-Pools im Überblick:
- PVE1 & PVE2 → eine SSD, ZFS RAID0 (keine Redundanz)
- PVE3 → eine SSD, ZFS RAID0 (keine Redundanz) + drei SSDs, ZFS RAIDZ1 (durch Parität geschützt)
Die vollständigen Befehle und das Tuning (lz4-Kompression, ashift=12, Prüfsummen an, atime aus) findest du in den Abschnitten weiter oben.
🏁 Cluster & Offline-Migration von VMs
Alle drei Nodes gehören jetzt zu einem gemeinsamen Proxmox-Cluster. Jeder behält seinen lokalen ZFS-Pool – Shared Storage ist nicht nötig. Durch Offline-Migration von VMs lässt sich die Last verteilen und die Hardware besser auslasten, und die zentrale Oberfläche macht die Verwaltung bequem. 💻⚡
🔁 VM-Replikation & Backup planen
Im nächsten Beitrag geht es um VM-Replikation und Backup:
- Alle VMs von PVE1 → PVE2 replizieren und umgekehrt
- Alle VMs auf den Proxmox Backup Server auf PVE3 sichern
Im Moment überlege ich, die VMs zuerst mit Terraform neu auszurollen. Die Replikation kommt danach. Die größten Vorteile der Replikation: VMs starten schneller, wenn Workloads umziehen, und es gibt zusätzliche Redundanz noch vor dem Backup. 😎
🏁 Aktualisiertes Fazit
- 🐧 Reine Linux-Infrastruktur
- 🧱 Proxmox-Cluster mit 3 Nodes
- ☸️ Kubernetes als zentrale Lernplattform
- 📦 Bessere Auslastung der Hardware
- 🧠 Klarer Fokus auf Open-Source-Tools
Weniger Microsoft. Mehr Linux. Mehr Container.
Der Satz „Das wird jetzt die endgültige Homelab-Architektur“ ist meistens der Anfang des nächsten Neuaufbaus. 😄
📝 Hinweis: Der Name des Brettspiels im Beitragsbild ist absichtlich unkenntlich gemacht – er ist eine fremde Marke.






